Überblick: Die vier Schutzwege im Vergleich
Gegen Funkverlängerung gibt es vier praktische Schutzwege: Schutzhüllen aus Metallgewebe (tragbar, ab etwa 20 bis 50 Euro), feste Aluminiumboxen für zu Hause (ab etwa 30 bis 80 Euro), provisorische Alufolie-Wicklung (kostenlos, aber unpraktisch) und die Deaktivierung der Keyless-Funktion ab Werk (kostenlos, aber weniger komfortabel). Alle vier Methoden funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Sie wirken wie ein Faraday-Käfig und blockieren das Funksignal des Schlüssels.
- Schutzhülle aus Metallgewebe
- Tragbar, einfach zu handhaben, gute Abschirmung, 20 bis 50 Euro, täglich praktikabel
- Aluminiumbox
- Fest für zu Hause oder Büro, sehr zuverlässig, 30 bis 80 Euro, ideal für Parkplatz-Sicherung
- Alufolie-Wicklung
- Kostenlos, funktioniert, aber mühsam täglich ein und auszuwickeln, provisorische Lösung
- Keyless-Funktion deaktivieren
- Kostenlos, maximale Sicherheit, aber Komfortverlust, je nach Fahrzeug möglich
Das Problem: Relay-Attack und Funkverlängerung
Kriminelle nutzen Funkverlängerungsangriffe (Relay Attack), bei denen das Funksignal des Fahrzeugschlüssels verstärkt und über größere Entfernungen übertragen wird. Das Fahrzeug kann dadurch geöffnet und gestartet werden, obwohl sich der Schlüssel im Haus, Büro oder in der Tasche befindet.
Der ADAC hat über 180 Modelle mit Keyless-Systemen getestet und konnte fast alle untersuchten Autos und Motorräder sekundenschnell mit einer selbst gebauten Funkverlängerung entsperren. Die Geräte der Täter haben eine deutlich höhere Sendeleistung als der eigentliche Autoschlüssel.
Das Risiko ist real: Der Diebstahl läuft spurlos ab, ohne sichtbare Einbruchsspuren. Deshalb ist der Schutz des Schlüssels so wichtig, damit Ihr Fahrzeug sicher bleibt.
Schutzhülle aus Metallgewebe: Tragbar und alltagstauglich
Schutzhüllen enthalten spezielle Metallgewebe und arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie Alufolie, sind aber deutlich robuster und alltagstauglicher. Die Hüllen gibt es in verschiedenen Ausführungen: mit Leder-Außenseite, mit Klettverschluss oder mit Magnetverschluss.
Hochwertige Hüllen wie die Todoxi Tasche schirmen den Sender zuverlässig ab und bestehen aus PU-Leder mit Kohlefasern als Abschirmung, die sich durch einen Klettverschluss einfach öffnen und schließen lässt. Solche Produkte kosten typischerweise 20 bis 50 Euro.
Vorteil: Sie können die Hülle überall mitnehmen und der Schlüssel ist sofort griffbereit. Nachteil: Der Verschluss muss wirklich dicht sein, sonst funktioniert die Abschirmung nicht zuverlässig.
Aluminiumbox für zu Hause: Maximale Sicherheit
Hochwertige Aluminium-Schutzboxen blockieren RFID- und Funksignale zuverlässig und schützen den Fahrzeugschlüssel vor unbefugtem Auslesen, Signalverlängerung und modernen Methoden des Fahrzeugdiebstahls. Solche Boxen kosten etwa 30 bis 80 Euro.
Das abschirmende Innenmaterial reduziert die Funkverbindung zwischen Schlüssel und Fahrzeug, solange der Schlüssel vollständig und korrekt in der geschlossenen Box aufbewahrt wird. Der Schlüssel muss vollständig in der geschlossenen Schutzbox liegen, denn ein teilweise herausragender Schlüssel kann weiterhin Funksignale übertragen.
Vorteil: Sehr zuverlässig und langlebig, ideal für die Aufbewahrung zu Hause oder im Büro. Nachteil: Weniger praktisch für unterwegs, da man den Schlüssel jedes Mal herausnehmen muss.
Alufolie: Kostenlos, aber unpraktisch
Wer den Funkschlüssel komplett in Alufolie einwickelt, baut damit eine Art Mini-Schutzraum für Funkwellen. Eine eng gewickelte Alufolie um den Schlüssel wirkt wie ein kleiner Faraday-Käfig, Funkwellen kommen nicht mehr rein und nicht mehr raus.
Aluminium leitet Strom sehr gut. Trifft ein Funksignal auf die Folie, fließt ein Strom an der Oberfläche entlang. Die Wellen dringen nicht zum Inneren durch, in dem der Schlüssel liegt. Für das Auto existiert der Schlüssel in diesem Moment schlicht nicht.
So wickeln Sie Ihren Schlüssel richtig ein
- Den Schlüssel komplett umhüllen, keine offenen Ecken lassen
- Zwei bis drei Lagen Alufolie verwenden, nicht nur eine
- Kanten und Übergänge fest andrücken, damit keine Lücken bleiben
- Test machen: Direkt am Auto probieren, ob sich die Tür noch öffnet
Standard-Küchenfolie reicht in der Regel aus, denn die von Autoschlüsseln genutzten Funkfrequenzen lassen sich damit gut abschirmen. Der Effekt funktioniert markenunabhängig, egal ob Kleinwagen oder Luxus-SUV. Vorteil: kostenlos. Nachteil: Diese Methode ist zwar effektiv, aber ein wenig unpraktisch, da der Schlüssel ständig ein- und wieder ausgewickelt werden muss.
Keyless-Funktion deaktivieren: Die radikale Lösung
Bei einigen Fahrzeugen kann die Keyless-Funktion direkt über das Fahrzeugmenü, über eine Tastenkombination am Schlüssel oder durch einen Fachbetrieb deaktiviert werden. Die genaue Vorgehensweise unterscheidet sich je nach Hersteller, Modell, Baujahr und Ausstattung.
Drei Wege zur Deaktivierung
Fahrzeugmenü: Manche Hersteller bieten unter den Einstellungen der Zentralverriegelung oder des Komfortzugangs eine Abschaltmöglichkeit.
Schlüssel-Funktion: Bei bestimmten Fahrzeugschlüsseln kann der Funkmodus über eine Tastenkombination vorübergehend deaktiviert werden. Taste des Schlüssels zweimal kurz hintereinander drücken. Die Batterie-Kontrollleuchte des Schlüssels leuchtet zweimal kurz und einmal lang auf, KEYLESS-GO ist deaktiviert.
Werkstatt: Ist keine Einstellung verfügbar, kann ein Fachbetrieb prüfen, ob eine Deaktivierung oder Anpassung per Diagnosesystem möglich ist.
Eine Deaktivierung reduziert zwar den Komfort, kann aber das Risiko einer unberechtigten Funkverlängerung deutlich senken. Vor einer Änderung sollte immer die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs geprüft oder der Hersteller beziehungsweise eine Vertragswerkstatt kontaktiert werden.
So testen Sie die Abschirmung selbst
Die beste Methode, um zu prüfen, ob Ihre Schutzhülle oder Box wirklich funktioniert, ist ein praktischer Test direkt am Fahrzeug. So gehen Sie vor:
- Schlüssel in die Schutzhülle oder Box legen und verschließen
- Sich mit dem Fahrzeug auf einen Parkplatz oder in die Garage stellen
- Direkt neben dem Auto stehen und versuchen, die Tür zu öffnen oder zu entriegeln
- Wenn die Tür nicht aufgeht: Abschirmung funktioniert perfekt
- Wenn die Tür aufgeht: Hülle oder Box ist nicht dicht genug, Lücken prüfen oder Produkt wechseln
Direkt am Fahrzeug prüfen, ob sich die Türen mit dem geschützten Schlüssel nicht mehr öffnen lassen. Dieser Test zeigt zuverlässig, ob die Abschirmung in der Praxis funktioniert. Wichtig: Der Schlüssel muss vollständig in der Hülle oder Box sein, keine Ecken dürfen herausragen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Unterschiede gibt es zunächst bei der Abschirmungs-Qualität der elektromagnetischen Strahlen. Insbesondere Aluminium weiß hier zu überzeugen und liefert die besten Resultate.
- Material: Aluminium oder Metallgewebe bieten bessere Abschirmung als Kunststoff
- Verschluss: Muss wirklich dicht sein, Reißverschlüsse sind kritisch
- Größe: Sollte zu Ihrem Schlüssel passen, ohne zu viel Platz zu haben
- Verarbeitung: Keine Lücken, Nähte sollten sauber sein
- Robustheit: Sollte Kratzer und Verschleiß aushalten
- Praktikabilität: Einfach zu öffnen und zu schließen im Alltag
Es muss wirklich 100 Prozent dicht sein. Die kleinste Öffnung und die Schirmung ist nahezu wirkungslos. Deshalb lohnt sich der Selbsttest am Auto, um sicherzustellen, dass das Produkt wirklich funktioniert.
Im Artikel genannte Produkte
- Schutzhülle aus Metallgewebe mit Klettverschluss*: Tragbare Schutzhülle für den täglichen Gebrauch, einfach zu handhaben und zuverlässig in der Abschirmung.
- Aluminiumbox für Keyless-Go-Schlüssel*: Feste Box für zu Hause oder Büro, bietet maximale Abschirmung und Langlebigkeit.
- Standard-Küchenfolie Alufolie*: Kostengünstige provisorische Lösung zur Abschirmung des Autoschlüssels, funktioniert nach dem Faraday-Käfig-Prinzip.
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Häufige Fragen
Welche Methode zum Keyless-Go-Schutz ist am zuverlässigsten?
Die Aluminiumbox ist am zuverlässigsten, weil sie vollständig dicht ist und keine Verschlussprobleme hat. Hochwertige Schutzhüllen aus Metallgewebe sind fast genauso zuverlässig und praktischer für unterwegs. Alufolie funktioniert auch, ist aber im Alltag unpraktisch. Die Deaktivierung der Keyless-Funktion bietet maximale Sicherheit, kostet aber Komfort.
Wie viel kostet ein guter Keyless-Go-Schutz?
Schutzhüllen aus Metallgewebe kosten etwa 20 bis 50 Euro, Aluminiumboxen etwa 30 bis 80 Euro. Alufolie ist kostenlos, wenn Sie Standard-Küchenfolie verwenden. Die Deaktivierung der Keyless-Funktion ist kostenlos, kann aber bei manchen Fahrzeugen durch eine Werkstatt durchgeführt werden müssen.
Kann ich die Abschirmung selbst testen?
Ja, sehr einfach: Legen Sie den Schlüssel in die Schutzhülle oder Box, stellen Sie sich direkt neben Ihr Auto und versuchen Sie, die Tür zu öffnen. Wenn die Tür nicht aufgeht, funktioniert die Abschirmung. Wenn sie aufgeht, ist die Hülle oder Box nicht dicht genug und Sie sollten sie überprüfen oder wechseln.