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Einbruchschutz

Schutzbeschlag ES1 oder ES2: welcher reicht

Nach der deutschen Norm DIN 18257 werden Schutzbeschläge in die Widerstandsklassen ES 0 bis ES 3 eingeteilt. Bei ES1 ist der Schutz durch eine höhere Widerstandsklasse, die auch Werkzeugen für einige Zeit standhält, höher. ES2 und ES3 bieten einen besonders hohen Schutz und werden meist in besonders einbruchsgefährdeten Gebieten oder für gewerbliche Gebäude eingesetzt. Die richtige Wahl hängt von der Türart und dem Sicherheitsbedarf ab.

· 5 Minuten Lesezeit

Überblick: ES1 und ES2 im Vergleich

Ein Schutzbeschlag ist dazu bestimmt, an einer Haus- oder Wohnungsabschluss-Tür das Schlossgesperre gegen einen unmittelbaren mechanischen Angriff zu schützen und das gewaltsame Abdrehen des Profilzylinders wirksam zu erschweren. ES2 (SK3) fordert eine Zylinderbelastung von 15 kN, ES3 (SK4) von 20 kN. Die Polizei empfiehlt Schutzbeschläge, die mindestens der Klasse ES1 entsprechen.

ES1
Einbruchhemmend, Grundschutz für Wohnungstüren, Zylinderbelastung 10 kN, Bohrschutz im Bereich des Zylinders
ES2
Stark einbruchhemmend, Schutz für Haustüren und exponierte Lagen, Zylinderbelastung 15 kN, Bohrschutz im Bereich des Zylinders
ES3
Extrem einbruchhemmend, für hochrisiko-Bereiche, Zylinderbelastung 20 kN, Bohrschutz auf gesamtem Schild

Die vier Widerstandsklassen nach DIN 18257

Die deutsche Norm DIN 18257 teilt Schutzbeschläge in die Widerstandsklassen ES 0 bis ES 3 ein, wobei ES für einbruchhemmender Schutzbeschlag steht. Jede Klasse definiert unterschiedliche Anforderungen an Material, Befestigung und Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe.

ES0: Grundschutz

ES0 fordert keinen Bohrschutz und bietet keine ausreichende Einbruchhemmung. Diese Klasse ist für nicht einbruchhemmende Türen vorgesehen und bietet nur Schutz gegen körperliche Gewalt wie Gegentreten oder Hochschieben.

ES1: Einbruchhemmend

ES1 bietet erhöhten Schutz gegen gezielte Angriffe. Schilde müssen aus gehärteten Stahl bestehen, um Anbohrversuchen zu widerstehen, in Schutzklasse ES1 im Bereich um den Profilzylinder. Schutzbeschläge müssen auch gegen Abschlagversuche schützen: im Prüflabor muss der Beschlag bei bis zu zwölf Schlägen mit einem Meißel seine Funktion behalten.

ES2: Stark einbruchhemmend

ES2 bietet hohen Schutz gegen erfahrene Täter mit speziellen Werkzeugen. Die Anforderungen sind höher als bei ES1, besonders bei der Zylinderbelastung und der Materialstärke. Der Bohrschutz ist im Bereich um den Profilzylinder erforderlich.

ES3: Extrem einbruchhemmend

ES3 bietet sehr hohen Schutz gegen professionelle Einbruchversuche. In ES3 muss das gesamte Schild gehärtet sein, nicht nur der Bereich um den Zylinder. Diese Klasse wird vor allem in Hochrisiko-Bereichen oder für gewerbliche Gebäude eingesetzt.

Zylinderabdeckung und Ziehschutz: zusätzlicher Schutz

Das Kürzel ZA steht für Zylinderabdeckung, eine Abdeckung, die zusätzlichen Schutz für den Profilzylinder bietet. Die Zylinderabdeckung ist typischerweise drehbar gelagert, beim Versuch, sie mit einer Rohrzange zu greifen, dreht sie frei mit, ohne dass Kraft auf den darunter liegenden Zylinder übertragen wird.

Ein Ziehschutz schützt vor dem Kernziehen, bei dem Einbrecher durch das Zerbrechen des Zylinderkerns diesen direkt aus dem Türschloss ziehen können, was eine weitverbreitete Methode ist, um Türen ohne Schlüssel zu öffnen. Vor dem Zylinderkern ist eine im Beschlag bewegliche Stahlplatte eingearbeitet, die es erlaubt, den Schlüssel einzuführen und zu drehen, damit wird es jedoch deutlich schwieriger, geeignetes Werkzeug für ein Kernziehen anzusetzen.

Wird ein Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung verwendet, kann auf den Ziehschutz für den Schließzylinder verzichtet werden. Die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen empfehlen Schutzbeschläge, die mindestens der Schutzklasse ES1 entsprechen, und es wird empfohlen, Schutzbeschläge mit Zylinderabdeckung zu verwenden.

Materialien, Befestigung und Türstärke

Der Anbohrschutz des Schutzbeschlag-Außenschildes und die Verbindungselemente am Außenschild müssen bohrerabweisend geschützt sein mit einer Oberflächenhärte von 60 HRC. Die Verbindungselemente (Verschraubung, Stiftverbindung) müssen so gestaltet sein, dass die Schutzwirkung des Schutzbeschlages nach Schlagversuchen erhalten bleibt.

In der Regel hat man bei Zimmertüren eine Entfernung von 72 mm, bei Haustüren von 92 mm, bei WC-Türen von 78 mm. Für Korridortüren ist ein Abstand von 72 mm mit Vierkantstift 8 mm üblich, für Haustüren ein Abstand von 92 mm mit Vierkantstift 10 mm.

Die Türstärke ist ein wichtiges Auswahlkriterium. Typische Schutzbeschläge sind für Türstärken von 37 bis 52 mm oder 42 bis 47 mm ausgelegt. Vor dem Kauf sollten Sie die genaue Türstärke messen, um einen passenden Beschlag zu wählen. Die Befestigung erfolgt üblicherweise mit verdeckten Gewindeschrauben (M6 oder M8), die von innen durch das Außenschild in das Innenschild verschraubt werden.

Welche Klasse für welche Tür

Wohnungstüren (Korridortüren)

Für Wohnungstüren in Mehrfamilienhäusern oder Einfamilienhäuser in ruhigen Lagen reicht ES1 in Kombination mit einem guten Zylinder. Die Lochung beträgt standardmäßig 72 mm. Die Kriminalpolizei empfiehlt Schutzbeschläge, die mindestens der Schutzklasse ES1 entsprechen und möglichst mit einer Zylinderabdeckung versehen sind.

Haustüren und Außeneingänge

ES2 ist die häufigste Empfehlung für Haustüren. Für Haustüren werden in der Regel Beschläge ab Sicherheitsklasse ES1 oder ES2 empfohlen. Die Hauseingangstür ist ein beliebtes Ziel für die Manipulation des Zylinders, ein durchgehender Schild mit Kernziehschutz erhöht den Schutz. Die Lochung beträgt standardmäßig 92 mm.

Nebeneingänge und exponierte Lagen

ES3 lohnt sich bei stark exponierter Lage oder höheren Sicherheitsanforderungen. Nebeneingänge wie Kellertüren, Garagentüren oder rückwärtige Zugänge sollten mindestens mit ES1 ausgestattet sein, besser mit ES2. Einbrecher suchen oft nach dem schwächsten Zugangspunkt, daher ist es sinnvoll, auch Nebeneingänge und Fenster zu schützen.

Schutzbeschlag auswählen: praktische Tipps

Vor dem Kauf eines Schutzbeschlags sollten Sie folgende Maße ermitteln: die Entfernung (Lochung), die Türstärke, die Türrichtung (DIN links oder DIN rechts) und die Art der Lochung (Profilzylinder, Buntbart oder WC). Messen Sie die Entfernung von der Mitte der Klinke bis zur Mitte der Lochung im alten Beschlag.

In vielen Versicherungsverträgen ist es Voraussetzung, dass ein Kernziehschutz am Schutzbeschlag der Haustür vorhanden ist, damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist. Prüfen Sie Ihre Versicherungsbedingungen, um zu sehen, welche Anforderungen gestellt werden.

Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung nach DIN 18257. Der Beschlag sollte mit der Widerstandsklasse, dem Herstellernamen und dem Prüfzeichen gekennzeichnet sein. Hochwertige Schutzbeschläge bestehen aus gehärtetem Stahl oder massivem Edelstahl und haben verdeckte Verschraubungen, die von außen nicht sichtbar sind.

Häufige Fragen

Reicht ein Schutzbeschlag ES1 für die Wohnungstür?

Ja, für Wohnungstüren in Mehrfamilienhäusern oder ruhigen Wohnlagen ist ES1 in Kombination mit einem guten Sicherheitszylinder ausreichend. Die Polizei empfiehlt mindestens ES1 mit Zylinderabdeckung. Für exponierte Lagen oder höhere Sicherheitsanforderungen ist ES2 die bessere Wahl.

Welcher Schutzbeschlag ist für die Haustür sinnvoll?

Für Haustüren wird ES2 am häufigsten empfohlen. ES2 bietet starken Schutz gegen erfahrene Täter mit Werkzeugen und ist die Standardempfehlung für Außeneingänge. Mindestens sollte ES1 mit Zylinderabdeckung verwendet werden.

Was ist der Unterschied zwischen ES1 und ES2?

ES1 ist einbruchhemmend und bietet Grundschutz, ES2 ist stark einbruchhemmend und bietet höheren Schutz. Der Unterschied liegt in der Zylinderbelastung (ES1: 10 kN, ES2: 15 kN), der Materialstärke und der Widerstandsfähigkeit gegen Werkzeugangriffe. ES2 ist für Haustüren und höhere Sicherheitsanforderungen ausgelegt.

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